Granzin bei Neustrelitz, evangelische Dorfkirche

Carl Börger, 1883

I/P/5

 

 

 

Standort: Westempore

 

Beschreibung: Der neugotische Prospekt hat drei spitzbogige Pfeifenfelder, die jeweils mit einem Spitzgiebel abschließen. Darin stehen die original erhaltenen Pfeifen C – giso aus Principal 4’.

Der nach Frieses Art vorgebaute Spieltisch steht rechts. Jeweils drei Registerzüge befinden sich zu beiden Seiten. Von den viereckigen Registerzügen, die schwarze Manubrien mit eingelassenen Porzellanschildern haben, gehen Eisenschwerter direkt zu den Schleifenabzügen.

Die Manualklaviatur hat lange schwarze Obertasten, ähnlich Winzer. Über einen Winkelbalken mit Messingwinkeln läuft die Traktur zum Wellenrahmen mit Eisenärmchen in den Holzwellen unter der Windlade. Darüber die schmale Windlade. Corpus und Ventile aus Eiche, Windkasten und Stöcke weitestgehend aus Nadelholz. Die Windlade ist auf der linken Seite (Cis) um ca. 30 cm angelängt, ist demnach vermutlich ein wiederverwendetes älteres Teil. Die eisernen Stockschrauben haben große flache Köpfe.

Die Pulpeten bestehen aus aufgeleimten Porzellan(?)platten.

Das Pedal ist über ein Wellenbrett fest an die Manualklaviatur angehangen.

Die Prospektstöcke sind in gleicher Höhe wie die übrigen Pfeifenstöcke direkt vor die Windlade gesetzt, liegen aber erheblich tiefer als die Basis des Prospektfeldes.

Unter dem Wellenrahmen liegt der Magazinbalg mit Schöpfer, der von der linken Orgelseite aus zu betätigen ist.

Die Metallpfeifen sind aus starkwandigem Metall hergestellt, haben gestempelte Tonbuchstaben auf der Rückseite.

 

Baugeschichte: Das Instrument wurde 1883 für die Lutherfestspiele in Rostock gebaut. 1894 wurde es in Granzin aufgebaut. 2006 erfolgte eine Reparatur durch Firma Voigt.

 

Manual / C-c³, mechanische Schleiflade

Gedackt 8’ Holz

Flöte 8’ C-H Transmission aus Gedackt 8’

Principal 4’ C-gisº im Prospekt

Fugara 4’ Metall, Klangzügler; kleine Pfeifen älter (hohes rundes Oberlabium)

Octave 2’ Metall

 

Pedal / C-d¹, angehangen