Dreilützow, evangelische Dorfkirche

Unbekannter Erbauer (Matthias Dropa?), 1708

I/6

 

 

 

Standort: Westempore

 

Beschreibung: Zu beiden Seiten des Notenpultes befinden sich vertikal je drei Registerzüge mit gedrechselten Manubrien. Darüber die originalen Registerschilder aus beschriebenem Papier. Die Manualklaviatur und die Traktur bis zum Wellenbrett sind im Sinne der Entstehungszeit rekonstruiert worden. Über ein Winkelbrett mit Winkeln aus Kupferblech läuft die Traktur waagerecht zum Wellenbrett mit Holzwellen und Eisenärmchen, von dort direkt zum Ventilabzug der Windlade. Diese ist von der Rückseite her zugänglich, ist vollständig aus Eiche gebaut und hat C/Cis Teilung. Unter der Windlade liegt der neu gebaute Mehrfaltenkeilbalg. Er ist nicht mehr wie die Bälge vorher von einem seitlichen Kalkantentritt aus bedienbar, sondern nur mittels elektrischen Winderzeugers.

 

Baugeschichte: Das Baujahr ist durch die Eingravierung in einer Metallpfeife belegt. Erster Standort war die Lambertikirche in Lüneburg. Deshalb wird vermutet, dass es sich bei dem Orgelbauer um den Schnitgergesellen Matthias Dropa handelt, der ab 1705 in Lüneburg lebte. 1801 kam die Orgel nach Camin in Mecklenburg. 1833 baute Friedrich Friese (I) ein angehängtes Pedal hinzu. 1853 gelangte das Werk nach Dreilützow. 1953 unternahm Firma Schuke (Potsdam) eine Instandsetzung, wobei die fehlenden Register Mixtur und Tromet nicht ersetzt wurden. 2004 erfolgte eine vollständige Restaurierung und Rückführung auf den vermuteten Erstzustand durch Firma Jehmlich (Dresden) unter Leitung des Restaurators Andreas Hahn. Neu gebaut wurden ein Mehrfaltenkeilbalg, Teile der Traktur, alle Prospektpfeifen und die Mixtur. Nach einem Vorbild aus Ugale in Lettland (Zinke 8’ 1701) wurde die Tromet 8’ rekonstruiert.

 

Manual / C-c3, mechanische Schleiflade

Gedact 8’

Principal 4’

Gedact 4’

Principal 2’      2004

Mixtur 3fach  2004

Tromet 8’         2004

 

Winddruck: 65 mm WS

Stimmtonhöhe ca. 450 Hz

Stimmungsart: Werckmeister III (seit 2004)